Mit dem im Februar veröffentlichten Update 1.58 für sowohl den Euro Truck Simulator 2 als auch den American Truck Simulator hat SCS Software den Route Advisor komplett überarbeitet und ein neues widget-basiertes System für die Anzeige diverser Elemente während der Fahrt eingeführt. Die Überarbeitung erfolgte zum einen aufgrund der sich anbahnenden Veröffentlichung der Spiele für die Konsolen, zum anderen aber auch, da der alte Route Advisor mit seinen mittlerweile rund 14 Jahren dem seit Release erweiterten Spiel- und Funktionsumfang nicht mehr gerecht geworden ist.
Dass die Überarbeitung im Update 1.58 nicht das Ende der Veränderung und Anpassung der Anzeigen war, haben wir mit den darauffolgenden Aktualisierungen erfahren, da dort einige Optimierungen und weitere Widgets als Reaktion auf das Feedback aus der Community folgten. Insgesamt verfolgen die Entwickler eine größere Vision der Spielbedienung, zu der ebenfalls das nun vorgestellte Multi-Funktions-Display (kurz MFD) gehört.
Die Simulatoren sind im Laufe der Jahre um immer mehr Systeme, Fahrzeugoptionen, Fahrhilfen und Steuerungsmöglichkeiten erweitert worden, was grundsätzlich eine gute Sache ist, aber auch mit sich gebracht hat, dass sich mit der Zeit eine ganze Menge an Funktionen, Tastenkombinationen und Menüs angesammelt haben, die man als Spieler irgendwie im Blick behalten muss. Genau hier setzt das MFD an: Es soll all diese Fahrzeugfunktionen an einem zentralen, intuitiv erreichbaren Ort zusammenführen, ohne dass man dafür den Spielfluss unterbrechen muss. Das Interface ist sowohl aus der Innen- als auch aus der Außenkameraperspektive aufrufbar und gliedert die verschiedenen Funktionen in übersichtliche Kategorien – darunter Fahrhilfen, Beleuchtungssteuerung, Fahrzeuganpassungen, Mediafunktionen und Tourinfos.

Dabei wird großen Wert drauf gelegt, dass das Öffnen des MFD in den meisten Situationen das Spielgeschehen nicht anhält (im Gegensatz zum über F1 erreichbaren Pause-Menü) und die Fahrzeugsteuerung weiterhin aktiv bleibt. Das klingt nach einem kleinen Detail, macht in der Praxis aber einen erheblichen Unterschied, wenn man auf einer langen Fahrt schnell eine Einstellung anpassen möchte, ohne dafür aus dem Spiel herausgerissen zu werden.

Ein weiteres Ziel hinter dem MFD ist die sogenannte Auffindbarkeit von Funktionen. Im Laufe der Jahre haben beide Spiele so viele Steuerungsmöglichkeiten und Systeme angehäuft, dass viele davon schlicht untergehen, weil man als Spieler gar nicht weiß, dass sie existieren. Das MFD soll dem entgegenwirken, indem es verfügbare Funktionen gesammelt und kontextbezogen präsentiert und zusätzlich die jeweils zugehörigen Tastenbelegungen direkt im Menü anzeigt. Das bedeutet allerdings nicht, dass bewährte Tastenkombinationen verschwinden oder abgelöst werden. Wer lieber auf Muskelgedächtnis setzt oder eigene Tasten oder Cockpit-Bauten, kann das weiterhin tun – das MFD ist als zusätzliche Ebene gedacht, nicht als Ersatz.

SCS betont außerdem, dass die Bedienbarkeit des MFD für alle gängigen Eingabemethoden – Tastatur, Maus, Lenkrad und Controller – ausgelegt werden soll, mit anpassbaren Navigationsmöglichkeiten. Damit fügt sich die neue Anzeige im unteren Teil des Bildschirms in das Spielgeschehen und die Bedienung ein. Weitere Überarbeitung wird dem über F1 erreichbaren Pause-Bildschirm widerfahren, damit dieses besser zum Rest der Oberfläche passt und eine schlankere Struktur bietet. Einige Funktionen aus dem Bereich Services und Anpassungen sollen künftig sowohl über F1 als auch über das MFD erreichbar sein.
Das MFD befindet sich noch in der aktiven Entwicklung und Design-Phase. Die grundlegende Richtung steht aber, auch wenn sich viele Details sich bis zur finalen Veröffentlichung noch ändern können. Seitens SCS Software hat man sich bewusst dazu entschieden, das neue Element bereits in einem frühen Stadium zu zeigen, auch um frühzeitig Feedback aus der Community einfließen zu lassen – einen konkreten Releasetermin gibt es daher noch nicht.
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