Um die Konsolen-Version des Euro Truck Simulator 2 und des American Truck Simulator ist es nach der Ankündigung im August vergangenen Jahres verhältnismäßig still geworden. Das bedeutet aber nicht, dass hier nichts weiter passiert ist, sondern dass diese Neuerungen und Fortschritte zum größten Teil unter der Haube geschehen und daher für die meisten von uns im Idealfall kaum wahrnehmbar sind – Änderungen der Benutzeroberfläche mal ausgenommen.
Im Rahmen eines englischsprachigen Dev Talk-Videos haben einige der Entwickler der Konsolen-Portierung daher dennoch einen tieferen Einblick in die laufenden Arbeiten rund um dieses große Unterfangen gegeben. Im Mittelpunkt des Videos steht die hauseigene Engine, die bereits seit vielen Jahren die Grundlage für den Euro Truck Simulator 2 und den American Truck Simulator bildet und auch bei den vorherigen Simulatoren aus dem Hause SCS Software zum Einsatz kam. Ihre Ursprünge reichen daher weit zurück und der Code wurde über die Zeit immer wieder erweitert. Doch genau diese lange Entwicklungsgeschichte bringt heute auch Herausforderungen mit sich, wenn es darum geht, die Spiele auf moderne Plattformen zu bringen.
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Daher besteht ein großer Teil der aktuellen Arbeit darin, die bestehende Struktur der Engine zu überarbeiten. Im Video wird erklärt, dass viel Zeit in das Aufräumen und Neuorganisieren des Codes fließt, damit das Spiel effizienter auf aktueller Hardware – insbesondere Konsolen – laufen kann, die technisch in Sachen Arbeits- und Grafikspeicher und -Prozessoren etwas anders zu betrachten sind als Desktop-Rechner. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei die Parallelisierung, die in den vergangenen Jahren von Grund auf eingefügt werden musste, da sie früher kein real greifbares Konzept alter Prozessoren war. Das bedeutet aber deutlich mehr als einfach nur das Nutzen mehrerer Rechenkerne, sondern das Umstellen von Prozessen und gesamten Lade-Abläufen, dass sie sinnvoll und effizient auf mehrere Kerne verteilt werden können. Dieser Schritt ist technisch anspruchsvoll und benötigt viel Zeit, bildet aber eine zentrale Grundlage für die Zukunft.
Interessant ist, dass viele dieser Änderungen im Spiel selbst kaum direkt sichtbar sind. Im Video wird betont, dass es sich oft um kleinere Anpassungen handelt, die vor allem im Hintergrund wirken – etwa im Rendering oder bei internen Abläufen. Dennoch sind sie essenziell, um die Effizienz zu steigern und langfristig stabile Ergebnisse zu liefern. Dabei erfolgen all diese Änderungen ganz bewusst schrittweise, sodass anstatt eines großen Umbruchs die Engine kontinuierlich angepasst und erweitert wird. Dieser Ansatz ermöglicht es, bestehende Inhalte weiter zu unterstützen und gleichzeitig die technische Basis für kommende Plattformen vorzubereiten.
Das zugegebenermaßen ziemlich technische Video zeigt durchaus anschaulich verschiedene Probleme, aufgrund jener der Weg auf die Konsolen nicht nur eine einfache Portierung ist, sondern eine grundlegende Weiterentwicklung der gesamten Technologie. Viele der aktuellen Arbeiten schaffen die Basis für zukünftige Features und Verbesserungen – unabhängig davon, ob Du auf dem PC oder später auf Konsole unterwegs sein wirst. Und das ist auch mit der Grund, warum sich nach außen hin nicht viel tut, während im Hintergrund die ganze Zeit ein großes Team daran arbeitet, die Konsolen-Version voranzubringen. Wann diese aber reif für die Stores sein wird, dass ist noch nicht bekannt. Lauffähig scheint das Spiel teilweise aber schon, denn im Rahmen der Poznań Game Arena im Oktober 2025 hat SCS Software auf ihrem Stand still und heimlich die Konsolen-Version zur Testfahrt angeboten…
Hast Du gedacht, dass die Portierung der Truck Simulatoren auf die Konsolen so umfangreich ist?